Entwicklung und Gestaltung

Geschichte

Der Ostfriedhof verbindet die Auer Begräbnisgeschichte des frühen 19. Jahrhunderts mit einer von Hans Grässel geprägten Großfriedhofsanlage.

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Entwicklung der Anlage

  1. 1817

    Auer Leichenäcker

    Auf einem schmalen Streifen Auer Flur entstand der älteste Teil der späteren Friedhofsanlage.

  2. 1894–1900

    Friedhofsbauten am Sankt-Martins-Platz

    Das Gebäudeensemble entstand nach Plänen von Hans Grässel; das monumentale Kuppelgemälde schuf Josef Guntermann.

  3. 1900

    Eröffnung des Ostfriedhofs

    Die Auer Leichenäcker wurden in die neue Großanlage integriert; die Gesamtarbeiten dauerten bis 1907.

  4. 1929

    Städtisches Krematorium

    Das von Hans Grässel entworfene Krematorium mit Trauerhalle wurde am 27. September eröffnet.

  5. 1951/52

    Wiederaufbau der Aussegnungshalle

    Hans Döllgast baute die im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte Halle in vereinfachter Form wieder auf.

  6. 2017

    Rückkehr der Kaskaden

    Die nach Kriegsschäden lange ungenutzte Kaskadenanlage wurde wieder in Betrieb genommen.

Trauerhalle, Forum und Hauptwege

Die Aussegnungshalle bildet den monumentalen Auftakt am Sankt-Martins-Platz. Ihre Kuppel hat einen Durchmesser von 20 Metern. Vom Rundbau öffnet sich der Blick in das Forum. Der westliche Hauptweg führt zur Tegernseer Landstraße, der östliche zum Städtischen Krematorium.

In der Mitte der Anlage liegt die Kaskade mit zwei Brunnen. Repräsentative Gräber begleiten die Hauptwege, während der dichte Baumbestand den 25,9 Hektar großen Friedhof räumlich gliedert. Der offizielle Friedhofsplan macht diese langgestreckte Grundstruktur besonders deutlich.

Zerstörung und Wiederaufbau

Die Trauerhalle wurde im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört. Hans Döllgast schuf 1951/52 einen vereinfachten Wiederaufbau, dessen äußere Erscheinung dem Bau von 1900 entspricht. Seine eigene Grabstätte liegt im Grabfeld 80 und ist unter Bedeutende Grabstätten dokumentiert.

Die alte Auer Friedhofskapelle ging im Krieg verloren. Mehrere Bauwerke des Ostfriedhofs stehen heute unter Denkmalschutz. Auch die Kaskaden blieben nach Kriegsschäden lange außer Betrieb, bevor sie 2017 wieder Wasser führten.

Krematorium und Erinnerung

Das heutige Krematorium wurde ebenfalls von Hans Grässel entworfen. Die Trauerhalle verzichtet auf religiöse Symbolik. Die Geschichte dieses Ortes umfasst auch Verfolgung und Gewalt des 20. Jahrhunderts.

Auf dem Friedhof liegt ein Grabfeld für politisch Verfolgte; eine Stele erinnert an unbekannte Tote. Das nach 1933 zerstörte Denkmal für die Toten der Revolution wurde nach dem Krieg nachgestaltet. Die Wiese der Namenlosen und das Leiber-Ehrenmal sind weitere kartierte Erinnerungsorte. Der Rundgang verbindet fünf ausgewählte Stationen, ohne aus nicht georeferenzierten Plänen eine Route zu errechnen.